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In dieser Rubrik stellen wir beispielhafte "Konsumidiotien" vor, die wir für unnötig, unsinnig und unverantwortbar halten. Wir hoffen damit, KonsumentInnen an ihr letztes Bisschen Souveränität zu gemahnen und Unternehmen bei der Gestaltung der Produktpalette zu unterstützen -- indem wir ihnen helfen, ein Mindestmaß an Intelligenz und Verantwortung walten zu lassen. Gerne nehmen wir auch Vorschläge für weitere "Konsumidiotien" entgegen. Kurzes Mail mit Beschreibung & ggf. Beispiellink an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! genügt.

Bisschen Theorie gefällig? >> Konsumethik. Souveränität als Dogma und Forderung

 


"Billa Freshy" ?! -- "Ganz schön trashy!"

Seit ein paar Jahren schon matchen sich Rewe & Spar, die Gebieter über 2/3 des Lebensmittelmarkts in AT, in Sachen "Convenience" -- das sind zeitgeistig aufgemachte, überteuerte Häppchen in Plastik. Billa/Rewe will's jetzt wissen mit seiner landesweit plakatierten, betont auf urbane LoHipstaS zugeschnittenen Eigenmarke "Freshy". Was soll man dazu sagen: Ganz schön trashy eben!*





* engl.trash = Müll -- Die Spoof ads oben möchten damit auf das vergrößerte Müllaufkommen durch die in Plastik-Einwegverpackungen angebotenen Convenience-Produkte hinweisen.


Ruefa und Austria Airlines: bieten einen Tagesausflug mit Flug von Wien nach Innsbruck und retour inkl. Tagesskipass an.

„Einchecken, Skier anschnallen und loscarven: Mit Ruefa und Austrian Airlines geht es ab sofort per Flugzeug in die Tiroler Berge, … bereits um 99 Euro. Im Preis inbegriffen sind der Flug mit Austrian Airlines von Wien nach Innsbruck und retour, alle Taxen und Transfers, Tages-Skipass und eine komplette Ski-Leihausrüstung.“

Wir meinen: Hirn einschalten und kurz die ökologische Unverantwortlichkeit reflektieren.


Coca Cola: „Supermilch“

Coca Cola verkauft Milch – jetzt zum doppelten Preis (vorerst nur in den USA). Das Kunstprodukt „Fairlife“ soll laktosefrei sein, 30 Prozent mehr Kalzium und 50 Prozent weniger Zucker haben als natürliche Milch. Das rechtfertigt den Preis und der Preis die Verblödung der Konsumenten. Fairlife sei "im Grunde genommen die Premiumisierung der Milch", sagte Sandy Douglas, der bei Coca-Cola für das globale Kundenmanagement zuständig ist. Er sehe für das neue Segment "enormes Wachstumspotenzial". Ernährungsexperten meinen, dass die neue Milch nicht bekömmlicher oder gesünder ist, sondern nur teurer. Bernhard Watzl vom Max Rubner-Institut, dem Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel in Karlsruhe, würde Fairlife nicht kaufen. Milch sei gut so, wie sie ist, und wer sich gesund und abwechslungsreich ernähre, der brauche keine optimierten Lebensmittel. Das "Milch-Bashing", wie er es nennt, entbehre jeder wissenschaftlichen Grundlage. Es gebe überhaupt keine ernst zu nehmenden Argumente gegen den Verzehr von Milch.

Wir meinen: Boykottieren und zum lokalen Bauern gehen.

Kategorie: Meinung
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