Hier erfahren Sie mehr über unsere persönlichen Hintergründe, unsere Motive das ImZuWi zu gründen und uns darin mit unserem Wissen und unseren Kompetenzen einzubringen.

Bernhard Ungericht

Ich engagiere mich für das ImZuWi, weil das derzeitige Wirtschaftssystem nicht zukunftsfähig ist. Unsere gegenwärtige Wirtschaft ist auf reine Kapitalvermehrung gepolt und damit nicht auf das gute Leben ausgerichtet und tendenziell lebensbedrohend. Kaum jemand glaubt heute noch, dass diese Art zu wirtschaften Zukunft hat. Also müssen wir über lebensfreundliche Formen des Wirtschaftens nachdenken. Das ImZuWi betrachtet Wirtschaft(en) als ein Instrument zur systematischen und nachhaltigen Verbesserung des Lebens heutiger und zukünftiger Generationen und setzt Impulse für ein ethisches, lebensfreundliches und zukunftsfähiges Wirtschaften. Da niemand die Wahrheit für sich beanspruchen kann, wir aber alle an Wirtschaft beteiligt und von ihr betroffen sind, ist das ImZuWi eine Plattform, auf der wir lebensfreundliche Formen des Wirtschaftens denken, diskutieren und erproben können.

Das ImZuWi ist eine gemeinsame Einrichtung für alle jene, denen an einer zukunftsfähigen Wirtschaft gelegen ist und die gemeinsam Denkgrenzen überschreiten und Handlungsspielräume erweitern wollen. Ich möchte die Wirtschaft nicht den mainstream-Ökonomen, Spekulanten und Profiteuren überlassen, sondern selbst Verantwortung für die Gestaltung der Wirtschaft übernehmen, Ich möchte einen Beitrag leisten, dass Wirtschaft(en) auf grundlegende Werte wie Demokratie, Solidarität, Gerechtigkeit und dem Schutz natürlicher Lebensgrundlagen ausgerichtet ist. Für mich ist das ImZuWi eine Not-Wendige Denk- und Veränderungsinitiative.
Das ImZuWi sollte eine Einrichtung sein, die sich mit einem anderen/zukunftsfähigen/lebensfreundlichen Wirtschaften beschäftigt. Dabei geht es um die Aufarbeitung und Vermittlung von alternativen Theorien und um die Analyse und Verbreitung von Beispielen gelungener Praxis. Im Kern geht es mir darum, Denkgrenzen zu überschreiten und Handlungsspielräume zu erweitern.
Im Idealfall sind wir ein Impulszentrum, das es schafft, Menschen aus unterschiedlichen Bereichen dazu zu bewegen, darüber nachzudenken, was eine Wirtschaft im Dienst des Lebens ausmacht und konkrete Experimente und Veränderungen anzustoßen und zu begleiten. Wichtig ist mir, gemeinsam mit anderen selbst Verantwortung für die Gestaltung der Wirtschaft zu übernehmen und Einfluss auf die öffentliche Debatte über Wirtschaft zu nehmen.
Wir sind radikal was die Analyse betrifft, kompromisslos was unsere grundlegenden Werte (Demokratie, Solidarität, Gerechtigkeit, Schutz natürlicher Lebensgrundlagen) betrifft und flexibel was konkrete Umsetzungsprojekte und Lernprojekte mit anderen betrifft.

Zur Person: Bernhard Ungericht ist Univ. Prof. für Wirtschafts- und Unternehmensethik, hat ein entsprechendes Ausbildungsangebot an der Universität Graz aufgebaut, ist in der Erwachsenenbildung/emanzipatorischen Wirtschaftsalphabetisierung tätig, forscht im Bereich Organisationsethik, Konsumentenschutz & geeignete Rahmenbedingungen für verantwortungsorientiertes Unternehmertum, und er ist derzeit u. a. beim Aufbau einer Solidarischen Landwirtschaft (CSA) engagiert.


Eleonora Wenzel

Wir müssen die Welt nicht neu definieren, aber es ist Zeit, sie wieder in die richtigen Bahnen zu lenken. Mein Ziel ist nicht als eine wirtschaftliche Ressource zu enden, sondern meine Persönlichkeit in sinnstiftender Arbeit entfalten zu können.

Ich will an einem beispielhaften Prozess mitwirken, der Andersdenken(de) begrüßt und wirtschaftliche und politische Denkschranken überwinden lässt. Träume nicht von einer besseren Welt, sondern trage aktiv dazu bei!

Das ImZuWi als Plattform kreativer Begegnungen soll Leuten Mut machen, aus ihrer Unmündigkeit und Alternativlosigkeit auszubrechen und aktiv zu werden. Menschen aus verschiedenen Disziplinen soll Gehör und die Möglichkeit gegeben werden, sich gegenseitig mit unterschiedlichen Sichtweisen zu bereichern und sich zu vernetzen. Wirtschaft ist keine Einzeldisziplin, sondern wird von vielen verschiedenen Akteuren getragen. Das ImZuWi möchte Personen, Organisationen, Unternehmen etc. dabei unterstützen, ihre Projekte im Namen einer lebensdienlicheren Wirtschaft zu realisieren.

Zur Person: Eleonora Wenzel ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am ImZuWi. Ihre Spezialgebiete sind Personalwesen, Unternehmensführung und Wirtschaftsethik. Ihre Masterarbeit schrieb sie zum Thema Zukunftsfähiges und lebensfreundliches Wirtschaften. Das gute Leben als Gegenstand alternativer Ökonomiekonzepte. 


Daniel Deimling

Unser auf Kapitalverwertung, Exploitation, Konkurrenz und Wachstum basierendes Wirtschaftssystem wird eines Tages an sein Ende gelangen und es wird zu einer Systemtransformation kommen. Es stellt sich lediglich die Frage, ob dies »by design or by disaster« geschieht, also ob wir einen geordneten Übergang in eine zukunftsfähige, lebensdienliche Wirtschaft schaffen oder ob wir auf den Zusammenbruch des kapitalorientierten Systems warten, was mit Chaos und Leid verbunden sein wird. Ich arbeite am ImZuWi, weil ich daran glaube, dass eine Transformation des Wirtschaftssystems »by design« möglich ist.

Da soziale, ökologische und ökonomische Krisen zukünftig abrupt und in globalem Maßstab auftreten werden, müssen wir heute ökonomische Alternativen erforschen und entwickeln, die regionale Resilienz fördern, sozial gerecht, demokratisch und gemeinwohlorientiert sind, deren Ziel die gesellschaftliche Versorgung mit sinnhaften Gütern und Dienstleistungen mit dem geringst möglichen Ressourceneinsatz ist. Da eine resiliente, zukunftsfähige, lebensdienliche Wirtschaft eine durch regionale Strukturen geprägte, keinteilige Wirtschaft sein wird, setzen unsere Konzepte auf der regionalen Ebene an. Es gibt keine Alternative zu »think global, act local«.

 

Zur Person: Daniel Deimling ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Impulszentrum für zukunftsfähiges Wirtschaften sowie Fellow am MeM – Denkfabrik für Wirtschaftsethik. Er promovierte an der Exzellenz-Universität Bremen zum Thema »Wachstumsneutrale Unternehmensstrategien«. Er unterrichtet Wirtschaftsethik und Nachhaltige Unternehmensführung an den Hochschulen Heilbronn und Eberswalde sowie an der Thales-Akademie für Wirtschaft und Philosophie in Freiburg. Seine Forschungsschwerpunkte sind Wachstumskritik, kulturelle Nachhaltigkeitskriterien, Integrative Unternehmensethik, Unternehmenskultur und kritische Betriebswirtschaftslehre.


Dirk Raith

Bei "zukunftsfähigem Wirtschaften" denke ich zuerst daran, wie wir Wirtschaft im Kleinen (und im Plural) neu denken und entwickeln können -- und zwar jetzt schon, abseits von dekretierten Sachzwängen, und ohne dabei auf "den Zusammenbruch" oder einen Systemwechsel zu warten. Das ImZuWi soll dazu beitragen, bestehende wirtschaftliche Freiräume auszufüllen und zu erweitern, um unser wirtschaftliches Leben hier und heute besser zu gestalten -- mit Blick auf die Zukunft.

Das passiert ja auch tagtäglich -- zumindest in Ansätzen: Ich denke dabei an Unternehmen, die heute schon anders wirtschaften (wollen), an kooperative Formen der Bewirtschaftung von Gemeingütern und des Konsums, an solidarische Handelsbeziehungen und regionale Wirtschaften und Währungen. Das ImZuWi soll hier nicht das EINE Modell zukunftsfähigen Wirtschaftens finden oder erfinden, sondern durch seine vielfältigen Aktivitäten wirtschaftliche Vielfalt fördern.

Als kritischer Soziologe und Wirtschaftsethiker sehe ich meinen eigenen Beitrag dazu primär in der Forschung. Getragen ist mein Engagement beim ImZuWi von einem starken Bedürfnis, unsere gegenwärtige Situation zu verstehen und entsprechend zu handeln. Was wir momentan erleben, erscheint mir da weniger als Krise denn als Anfang vom Ende des Kapitalismus als (kulturelles) System, das auf der Rationalisierung von Habgier und Ausbeutung beruht. Dieses System hat uns (uns) ein historisch einmaliges Maß an Wohlstand und Entwicklung beschert. Das lässt sich kaum leugnen. Jetzt stoßen wir aber überall an Grenzen -- immer weniger profitieren, immer mehr zahlen die Rechnung. Die Verteilungskämpfe verschärfen sich und es geht zusehends an die Substanz. Von wachsendem Wohlstand und Entwicklung kann längst keine Rede mehr sein.

Dabei wären unsere wirtschaftlichen Probleme längst gelöst -- wenn es nur darum ginge, alle Menschen ausreichend und nachhaltig mit den materiellen Voraussetzungen für ein gutes und gerechtes Zusammen-Leben zu versorgen. Weil es in unserem herrschenden Verständnis von Wirtschaft darum aber gar nicht geht, ist sie selbst zum Problem geworden -- zu einem Fetisch der Verwertung, dem wir immer bereitwilliger unsere Werte opfern. Ich denke, wir müssen noch viel stärker darüber nachdenken, was das für unser Leben und Wirtschaften heute & in Zukunft bedeutet. Dafür braucht es Foren der Auseinandersetzung und des Experimentierens. Sowas soll das ImZuWi für meinen Geschmack sein. Und dazu möchte ich einen Beitrag leisten.

Zur Person: Dirk Raith ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am ImZuWi, Universitäts- & FH-Dozent in Graz und am IHI Zittau (D). Er lehrt, forscht und schreibt zu wirtschaftsethischen & -soziologischen Themen. Sein besonderes Interesse gilt dabei Entstehung & Wandel von Ideologien, einschließlich Theorie & Ethik des Kapitalismus & wirtschaftlicher Alternativen, Konsumethik und Kritik & Alternativen wirtschaftlicher Wertrechnung. (Mehr über mich & meine bisherigen Aktivitäten im Umfeld des ImZuWi)