titelblatt

Ende 2017 ist unser Buch zum Thema "Regionale Resilienz" im Metropolis Verlag in Marburg erschienen. Aus dem Klappentext: "Resilienz ist die neue Nachhaltigkeit - meinen manche. Das stimmt wohl, wenn man ihre Popularität, die Hoffnungen, die sich darum ranken, dann aber auch die Beliebigkeit und den semantischen Missbrauch betrachtet, der mit dem Begriff zuweilen betrieben wird. In ihrem vorliegenden Buch schauen die AutorInnen genauer hin, was sich hinter dem Schlagwort verbirgt und was der Begriff hergibt, wenn man Klarheit über aktuelle Probleme und alternative Wege einer zukunftsfähigen regionalen Entwicklung gewinnen möchte.

Virgen Totnes ist der historische Ausgangspunkt der globalen Transition-Bewegung und zugleich so etwas wie ihre „Hauptstadt“. Am Beispiel der „Transition Town Totnes (TTT)“ lassen sich Vision und zentrale Elemente der Transition-Bewegung – das REconomy Project, die Economic Evaluations und Blueprints, Transition Enterprises, eine gut eingeführte Lokalwährung, eine enge Zusammenarbeit mit lokalen Stakeholdern und auf dieser Basis die Entwicklung zahlreicher Projekte mit dem übergreifenden Ziel einer Relokalisierung der Wirtschaft und damit regionaler Resilienz – in ihrem Zusammenspiel am besten darstellen. TTT steht hier damit stellvertretend als „Testfall“ für die Transition-Bewegung.

NordhessenMit dem Aufbau einer regionalen, solidarischen, selbstverwalteten Produktionskette soll in Nordhessen ökologische Kleidung aus Flachs, Hanf und Brennnesseln für die Menschen in der Region hergestellt werden. Vom Anbau über die Verarbeitung bis hin zum Vertrieb und Verkauf sollen alle Prozesse und damit die gesamte Wertschöpfung in der Region gehalten werden. Die übergeordneten Ziele der Initiatoren sind die umweltverträgliche Produktion eines notwendigen Gutes, der Aufbau einer nachhaltigen und gerechten Produktionskette, die Stärkung der regionalen Ökonomie sowie die Verringerung der Fremdabhängigkeit.

Virgen In der Gemeinde Virgen wurden die Bürger seit den 90er Jahren wiederholt durch Abstimmungen in politische Prozesse eingebunden, wodurch ein großes Bürger-Engagement entstanden ist. Der Gemeinde ist es gelungen, entgegen dem allgemeinen Trend die Nahversorgung zu verbessern (Betriebsansiedlungen und -erhaltung), die Abwanderung zu stoppen, die Direktvermarktung und Verarbeitung der vor Ort produzierten landwirtschaftlichen Erzeugnisse zu fördern, den Selbstversorgungsgrad an Strom und Wärme zu erhöhen, eine kleinteilige Kulturlandschaft zu bewahren sowie das Dorf- und Landschaftsbild zu verschönern. All dies geschah unter Einbeziehung der Bürger, die ehrenamtlich in Arbeitsgruppen Positionen erarbeitet und vorgestellt, Abstimmungen vorbereitet und Projekte aktiv umgesetzt haben.

Regiogelder
Im Schwalm-Eder-Kreis wurden ökologisch arbeitende Erzeuger, Verarbeitungsbetriebe, Großküchen und Schulen vernetzt, um an Ganztagsschulen regional produzierte Bio-Kost anzubieten. Hierdurch wurden regionale Betriebe an der Wertschöpfung beteiligt, regionale Kooperationen geschaffen, Arbeitsplätze in der Region gehalten und der Öko-Landbau gefördert. Kombiniert wurde dies mit Schulprojektwochen auf Biobauernhöfen, in denen Kinder erleben, woher ihre Nahrungsmittel stammen und wer sie für sie produziert hat. Das Projekt zeigt, dass Regionalpolitik mit wenig Aufwand zur Belebung sozialer Strukturen und Regionalisierung beitragen kann.